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Digitale Rezeptsammelstellen – ein Apotheken-Pilotprojekt

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Im Saarland und in Baden-Würtemberg sind Ende Januar die ersten digitalen Rezeptsammelstellen in Betrieb gegangen, so sollen Bearbeitung und Lieferung beschleunigt werden.

Rezeptdigitalisierung

Das wir im Zeitalter der Digitalisierung angelangt sind, steht völlig außer Frage. Aber in Zeiten von Amazon, Zalando & Co. stehen wir tendenziell vor einer Total-Digitalisierung. Am Flughafen checken wir an einem Terminal ein. Selbst der Pass wird von einem Computer und nicht zwangsläufig von einem Grenzschutzbeamten geprüft und Rewe liefert die Einkäufe nach Hause.

Dass es Einzelhandel, Buchhandel und auch Apotheken schwer haben, sich dem Online-Handel, der Bequemlichkeit der Menschen und nicht zuletzt der günstigeren Preise gegenüber behaupten müssen, ist nichts Neues. Aber wie weit soll und darf die Digitalisierung gehen? Es gibt Grenzen! Digitalisierung ja – aber nicht wettbewerbswidrig.

Medikamentenautomat von Online-Apotheke wettbewerbswidrig

Der Online-Apothekenhändler DocMorris hatte im Frühjahr 2017 einen Medikamentenautomaten aufgestellt. Dieser wurden nach einer Klage des Landesapothekerverbandes und einem Gerichtsbeschluss im Dezember 2017 geschlossen. Das Urteil: die dortige Abgabe verstoße gegen das Arzneimittelgesetz und sei wettbewerbswidrig. Laut einer Umfrage zu Medikamenten-Onlinehändlern vom IT-Branchenverband Bitkom zeigte sich aber ganz klar das Online-Apotheken beliebt sind und gut ankommen. Und 97 Prozent derjenigen, die bereits Medikamente im Internet bestellt haben, sind zufrieden.

By Sebastian Wallroth, CC BY 3.0, Link

Von der analogen Sammelstelle zur digitalen Rezeptsammelstelle

Die hiesigen Apotheken müssen sich also etwas einfallen lassen, ganz besonders in den Gegenden, wie beispielsweise in ländlichen Regionen, in denen Apotheken rar gesät sind. In diesen Regionen sind vielerorts Rezeptsammelstellen in Briefkastenform eingerichtet, um zumindest die Medikamenten-Grundversorgung sicherzustellen. Da die Sammelstellen aber erst abends von den betreibenden Apotheken geleert werden, dauert die Bearbeitung der Rezepte und die Auslieferung kann erst am nächsten Tag erfolgen.

Die wetterfesten Rezeptsammelstellen unterscheiden sich optisch nicht sehr von einem Parkscheinautomat. Der Automat scannt das eingelegte Rezept und versendet es verschlüsselt an ein zertifiziertes Rechenzentrum des Terminal-Herstellers. Der Rezepteinreicher erhält dann eine Quittung mit Vorbestellnummer und Informationen zur Apotheke. Über eine verschlüsselte PC-Verbindung können die Apotheker dann auf die Bestellung zugreifen und liefern diese noch am selben Tag aus.

Mit diesem Pilotprojekt möchte man Erfahrungen mit der neuen Technik sammeln, später sollen sie analoge Rezeptsammelstellen ersetzen. Um die Ausbreitung zu kontrollieren, benötigen die digitalen Sammelstellen eine Genehmigung des Landesapotherkerverbandes.

Quelle: heise.de

 

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