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ESD-Lizenz? 50.000 Lizenzkeys gesperrt

ESD-Lizenz? 50.000 Lizenzkeys von Windows und Office gesperrt

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ESD-Lizenz? Microsoft sperrte 50.000 illegale Lizenzkeys von Windows und Office

Vor wenigen Tagen gab Microsoft in einer Presseerklärung bekannt, 50.000 Produkt-Keys gesperrt zu haben. Darunter befinden sich auch viele Lizenzkeys von Windows 7 und Office. Wie kam es dazu?

Bitte beachten Sie: Schauen Sie sich auch meinen Beitrag über ESD-Lizenzen an, in dem ich beschreibe was mir bei einem Kauf von ESD-Lizenzen passierte und wie Sie tatsächlich gültige ESD-Lizenzen einkaufen können.

Der Fall „PC-Fritz“

Der Fall „PC-Fritz“ war einer der meist berichteten Fälle von Softwarepiraterie in Deutschland. Viele der Kunden wurden durch gefälschte Produkt-Keys von Windows 7 und Office um ihr Geld geprellt. Dabei handelte es sich nicht mal um ESD-Lizenzen, sondern anhand verschiedener Berichte um eigenhändig gepresste DVDs und COA-Aufkleber. Monatelang war das Unternehmen im Visier von Microsoft bevor diese gegenüber PC-Fritz eine einstweilige Verfügung erwirkten. Der Prozess gegen die Verantwortlichen von PC-Fritz beginnt nach meinen Informationen im Januar 2015…

Verkauf von Testlizenzen!

Bei vielen dieser gesperrten Lizenzen handelte es sich um Testlizenzen, die entweder zu zeitlich begrenzten Testversionen, Volumenlizenzen von Bildungseinrichtungen oder zu OEM-Versionen gehörten. Diese Lizenzen hatten laut Berichten wohl allesamt eines gemeinsam: Sie wurden als gebrauchte Lizenzen illegal vertrieben. Neben der Sperrung der 25-stelligen Codes geht Microsoft weiterhin mit einstweiligen Verfügungen gegen Händler vor, die illegale Lizenzkeys vertreiben.

Seriöse Anbieter, die gebrauchte Lizenzen vertreiben, seien von der Maßnahme nicht betroffen. Die Firma usedsoft, mit Sitz unter anderem in München, befürwortet die Handlung Microsofts. Nur so sei es möglich, unseriöse Anbieter von seriösen zu trennen. Das Unternehmen handelt mit gebrauchten Lizenzen aus dem Businessbereich.

Worauf Sie beim Kauf einer ESD-Lizenz und COA-Aufkleber achten sollten

Seit meinem Bericht über ESD-Lizenzen bekomme ich immer wieder Anfragen zu Anbietern mit der Frage, ob diese glaubwürdig sind oder ob man als Käufer dabei skeptisch sein sollte. Natürlich kann ich bei solchen Anfragen nur meine „persönliche Kundenmeinung“ abgeben, da ich selbst ESD-Lizenzen verkaufe. Ich weise auf bestimmte Dinge hin die mir möglicherweise auffallen, lasse aber immer den Kunden selbst entscheiden ob er den Kauf tätigt oder nicht.

Wichtig ist auf folgende Dinge zu achten: Wenn Sie eine gebrauchte Lizenz erwerben möchten (egal ob eine ESD-Lizenz oder eine mit COA-Aufkleber), sollten Sie nachfragen woher diese Lizenz stammt, also wer der zuvor berechtigte Eigentümer dieser Lizenz ist und ob dieser diese Lizenz nicht mehr weiter nutzt. Wenn Ihnen der Verkäufer diese Fragen nicht beantworten kann, versuchen Sie zu erreichen, dass Sie ein Dokument von ihm ausgestellt bekommen, in dem er Ihnen bestätigt, dass die an Sie verkaufte Gebrauchtlizenz bei dem Vorbesitzer nicht mehr in Benutzung ist.

Vorsicht bei extrem günstigen Lizenzangeboten

Dazu ist es generell wichtig, beim Kauf von gängigen Lizenzen den sogenannten COA-Aufkleber mitgeschickt zu bekommen. ESD-Lizenzen werden noch nicht allzulange vertrieben, diese gibt es aber auch schon als Gebrauchtlizenz zu erwerben. Leider wurde im Fall „PC-Fritz“ deutlich, dass auch COA-Aufkleber gefälscht werden können. Daher rate ich Ihnen nur bei seriösen Anbietern einzukaufen. Dabei spielt meist der Preis eine Rolle. Je günstiger die Lizenz ist (dabei spreche ich von wirklich extrem günstigen Angeboten!) umso größer ist die Warscheinlichkeit, dass es sich um eine illegale Lizenz handelt.

Dirk Lynen, Geschäftsführer des Unternehmens 2ndsoft, das gebrauchte Lizenzen an Privatuser verkauft, erklärte in dieser Hinsicht: „Wir raten dringend von Lizenz-Schlüsseln ab, die nur über E-Mail verschickt werden. Besser ist es, die Originalbox inklusive Echtheitszertifikat in der Hand zu haben“.

Microsoft-Manager Oliver Gronau äußerte sich dazu so: „Wir warnen Anwender vor auffallend günstigen Angeboten. Wenn ein Händler eine Lizenz von Microsoft Office Professional für weniger als beispielsweise 80 Euro anbietet, sollte jeder Interessent aufhorchen. Denn diese wird von Microsoft nur im Rahmen von Volumenlizenzverträgen und speziellen Sonderprogrammen für Händler und Entwickler vertrieben und hat einen Marktwert von rund 500 Euro.“

Fazit beim ESD-Lizenz Kauf

Meine persönliche Meinung ist: Wenn Sie bei einem seriösen Anbieter einkaufen, können Sie auch eine ESD-Lizenz einkaufen, die nur per E-Mail verschickt wird. Sie erhalten dabei eine nach deutschem Recht gültige Rechnung. Dabei kann und darf ich bei Fragen nicht beantworten, ob es sich um einen seriösen oder unseriösen Anbieter handelt. Eine solche Aussage werde ich nicht treffen. Ich kann nur meine eigene Kundenmeinung äußern, ob ich dort eine ESD-Lizenz einkaufen würde oder nicht.

Wenn ich eine ESD-Lizenz bei einem neuen Anbieter einkaufe, rufe ich zuerst dort an und stelle meine Fragen. Danach schaue ich nach Erfahrungsberichten im Internet. Erst wenn ich keine „aussagekräftigen“ negativen Bewertungen übe diesen Anbieter lese laufe ich dort ein. Keine Bewertungen sind auch keine negativen.

Aber wie bei jedem Kauf zählt das eigene Gefühl dabei. Wenn sie ein ungutes Gefühl dabei haben: lassen Sie es. Günstige Angebote sind toll, aber „zu günstige“ könnten sie bei der Aktivierung und Weiterbenutzung der ESD-Lizenz hindern. Genau deshalb kaufe ich nur bei deutschen Händlern ein, die einen guten „Leumund“ bei Kunden haben.

 

Links:
Webseite: hello-i-t.de
Quellenangaben: heise.de; futurezone.at

Marcus Muthspiedl

Autor: Marcus Muthspiedl

Gründer von hello-it, IT-Supporter, Webmaster, Vater, Schreibling, technischer Schraubendreher, Möglichmacher, durch Erfahrungen in unterschiedlichen Unternehmen versierter Allrounder, Freewareempfehler und -selbstnutzer

Ein Kommentar

  1. Hallo Herr Mutsspiedl,

    ich habe mir gestern eine Microsoft Office 2016 Home and Business Lizenz von einem Händler auf der Seite http://www.rakuten.de bestellt und innerhalb weniger Stunden per E-Mail den Lizenz-Key erhalten. Der Gesamtpreis hierfür betrug gerade mal 13,99 €. Habe dann die telefonische Aktivierung vorgenommen, wie in der E-Mail des Verkäufers beschrieben, vorgenommen. Hat bei mir alles geklappt. Nachdem ich das hier gelesen habe, bin ich mir ziemlich sicher, dass es sich hierbei um eine illegale Lizenz handelt. Meine Frage ist nun, ob ich mir irgendwelche Sorgen machen muss, dass Microsoft an mich herantritt bzw. irgendwann Office bei mir nachträglich gesperrt wird. Gibt es vergleichbare Fälle oder muss ich nichts befürchten?

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